
SEDA und das Fahrzeugrecycling live in München
Vom 4. bis 7. Mai 2026 präsentierte die SEDA Umwelttechnik GmbH aus Kössen/Tirol gemeinsam mit der BDSV (in Kürze: CMA) auf der IFAT 2026 in München eine der umfangreichsten Live-Demonstrationen im Bereich Fahrzeug-Recycling.
In ihrem 60. Jubiläumsjahr – seit 1966 ist die IFAT Munich der globale Treffpunkt der Umwelttechnologiebranche – verzeichnet die Weltleitmesse neue Spitzenwerte: Rund 3.400 Aussteller und etwa 142.000 Besucher besuchten die Messe vom 4. bis 7. Mai 2026. Unternehmen aus rund 60 Ländern und Regionen präsentierten auf 300.000 Quadratmetern innovative Lösungen für Wasser, Recycling und Circularity – und damit Antworten auf einige der drängendsten globalen Herausforderungen.
Live-Recycling im Freigelände
Im Freigelände Süd (FS911) wurde der komplette Recyclingprozess eines Fahrzeugs täglich viermal live vorgeführt. Die Besucher konnten den gesamten Ablauf praxisnah verfolgen – von der Anlieferung des Fahrzeugs bis hin zur Demontage und Behandlung moderner Hochvoltbatterien. Die Live-Demos stießen während der gesamten Messe auf großes internationales Interesse. Vor Ort standen sowohl Branchenexperten als auch das SEDA-Team für technische Fragen und Fachgespräche zur Verfügung.
Nach der Anlieferung und Lagerung begann der eigentliche Recyclingprozess mit der Vorbereitung des Fahrzeugs. Zunächst wurde jedes Fahrzeug digital im EDV-System erfasst. Auf Basis dieser Daten wurde entschieden, welche Komponenten für den Wiederverkauf geeignet sind und welche dem Rohstoffkreislauf zugeführt werden.
Ein zentraler Bestandteil des gezeigten Prozesses war die staplerfreie Arbeitsweise. Das Fahrzeug wurde auf einen SEDA Fahrzeug-Trolley gesetzt und innerhalb des Betriebs ohne Gabelstapler bewegt. Diese Methode setzt sich in modernen Verwertungsbetrieben zunehmend durch, da sie Wartungskosten reduziert und gleichzeitig die Gefahren durch Staplerverkehr minimiert.
Anschließend wurden erste Komponenten entfernt:
- Batterie
- Räder
- Scheiben und Glasbauteile
Besonders im Fokus stand dabei der SEDA T-REC XXL. Mit dieser Anlage können Reifen und Felgen schnell voneinander getrennt werden. Die Maschine verarbeitet Felgengrößen von 13 bis 22 Zoll und ermöglicht eine effiziente Materialtrennung.
Danach wurde das Kältemittel aus der Klimaanlage mit dem SEDA ACR Absauggerät kontrolliert abgesaugt.
Ein weiterer wichtiger Schritt war das Auslösen pyrotechnischer Sicherheitssysteme. Airbags und Gurtstraffer wurden mit dem SEDA Multiplex direkt über das Steuergerät aktiviert. Besucher konnten live beobachten, wie unterschiedlich kleine und große Auslösungen ablaufen – von Gurtstraffern bis hin zu Front- und Seitenairbags.
Nach dem Entfernen der Fahrzeugscheiben mittels Windschutzscheiben-Schneider, Glas-Trolley und Glas-Decke war das Fahrzeug bereit für den nächsten Prozessschritt: die Trockenlegung.
Ein durchschnittliches Altfahrzeug enthält noch rund 22 Liter verschiedenster Flüssigkeiten. Diese müssen vollständig und sortenrein entnommen werden.
Auf der IFAT zeigte SEDA dafür die MDS 2 Plattform vom Typ DrainLift – eine hydraulische Einsäulenbühne mit integrierten Werkzeugen für die komplette Trockenlegung.
Entnommen wurden unter anderem:
- Benzin
- Diesel
- Kühflüssigkeit
- Bremsflüssigkeit
- Altöl
- Scheibenwasser
Der gesamte Prozess ist auf maximale Sicherheit, Effizienz und sauberes Arbeiten ausgelegt, damit die Stoffe anschließend sortenrein recycelt werden können.
Nach der Trockenlegung folgt die Demontage des Fahrzeugs.
Dabei werden alle Bauteile entfernt, die für den Wiederverkauf geeignet sind – vom Motor und Getriebe bis hin zu Scheinwerfern oder Innenraumteilen.
Ein wirtschaftlich besonders relevanter Bestandteil ist der Katalysator. Auf der IFAT zeigte SEDA die spezielle Katalysatorschere, mit der Katalysatoren schnell und effizient entfernt werden können.
SEDA hat in diesem Bereich zahlreiche Lösungen, die speziell auf die Anforderungen moderner Verwertungsbetriebe abgestimmt sind und Wirtschaftlichkeit mit Arbeitssicherheit verbinden.
Ein zentrales Thema der IFAT 2026 war das Recycling von Elektrofahrzeugen und Lithium-Ionen-Batterien.
SEDA zeigte umfassende Lösungen für:
- sichere Lagerung
- Transport
- Diagnose
- Zerlegung
- Recycling von Hochvoltbatterien
Im Mittelpunkt standen dabei immer drei entscheidende Faktoren:
- Ausbildung
- Arbeitsplatz
- Equipment
SEDA arbeitet im Bereich Hochvolt-Schulungen eng mit der TAK – der Akademie des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes – zusammen. Die Schulungen sind speziell auf Fahrzeugverwerter ausgelegt und bilden die Grundlage für sicheres Arbeiten an Hochvoltsystemen.
Arbeiten an Elektrofahrzeugen dürfen ausschließlich in abgesperrten Bereichen und nur durch geschultes Personal durchgeführt werden. Dafür sind spezielle Hochvolt-Werkzeuge sowie persönliche Schutzausrüstung notwendig.
Ein besonderes Highlight auf der IFAT 2026 war der SEDA HV Zerlegetisch mit integriertem Löschbecken für das sichere Arbeiten an Hochvoltbatterien. Auf dem System können Batterien und Module sicher zerlegt, geprüft und bearbeitet werden. Im Ernstfall lassen sich Batterien oder einzelne Module direkt manuell oder automatisiert in das integrierte Löschbecken überführen, um kritische Situationen sofort unter Kontrolle zu bringen. Zusätzlich dient der Tisch als zentraler Arbeitsplatz für Modulprüfungen, Komponentenwechsel und die kontrollierte Tiefenentladung von Batteriesystemen.
Gezeigt wurde außerdem das SEDA HV Entladegerät für die kontrollierte Entladung von Hochvoltbatterien sowie ein vollumfängliches Be- und Entladetool der Firma Amium.
Gemeinsam mit der Ruhfass Engineering GmbH präsentierte SEDA die mobile Prüfeinheit RBSB.
Mit diesem System kann der Zustand von Hochvoltbatterien direkt vor Ort bewertet werden. Die Einheit kommuniziert unabhängig vom Fahrzeug mit der Batterie, liest relevante Daten aus und stellt den Zustand einfach über eine Ampelanzeige dar.
Zusätzlich kann ein Datensatz erstellt werden, der als Grundlage für eine rechtssichere Transportklassifizierung dient.
Im Bereich Lagerung und Transport zeigte SEDA mehrere Lösungen für kritische und unkritische Lithium-Ionen-Batterien.
Besonders großes Interesse auf der IFAT 2026 galt dem SEDA HV Batteriecontainer mit integrierter Flutungsfunktion für die sichere Zwischenlagerung von Hochvoltbatterien. Die Container verfügen je nach Ausführung über 4 oder 6 elektronisch überwachte Fächer sowie eine permanente Überwachung von Temperatur, Rauchgas, Wasserstoff und Kohlenmonoxid. Im Ernstfall kann das betroffene Fach automatisch geflutet werden, um kritische Situationen schnell und kontrolliert zu beherrschen.
Mit der SEDA HV Batbox präsentierte SEDA auf der IFAT 2026 eine Lösung für den ADR-konformen Transport kritischer Lithium-Ionen-Batterien. Die Batbox ist speziell für große E-Auto-Batterien bis 132,3 kWh ausgelegt und bietet unter anderem Flammenrückhaltung, Schadgasneutralisierung sowie eine BAM-Zulassung. Durch das geringe Eigengewicht unter 3,5 Tonnen, die ausfahrbare Rollbahn und die Stapelbarkeit ermöglicht das System ein sicheres und praxisorientiertes Handling im täglichen Einsatz.
Als ergänzende Sicherheitslösung zeigte SEDA den SBM Buddy zur stationären oder mobilen Überwachung von Lithium-Ionen-Energiespeichern und Elektrofahrzeugen. Das System überwacht kontinuierlich wichtige Parameter wie Temperatur, Feuchtigkeit, Druck sowie Gase wie Kohlenmonoxid, Wasserstoff und Rauchgase. Werden definierte Grenzwerte überschritten, löst der SBM Buddy automatisch ein umfangreiches Alarmmanagement mit akustischen und visuellen Warnungen sowie Benachrichtigungen per SMS, E-Mail oder Telefonanruf aus.


